Schritt-für-Schritt-SOPs, Top-10 Fehlerabläufe, Wartungsintervalle und EU/CE-Sicherheitscheckliste für Granit- und Marmor-Polieranlagen.

Eine kontinuierliche Platten-Polieranlage ist auf hohe Leistung ausgelegt, doch um diese zu erreichen und dauerhaft zu halten, sind disziplinierte Betriebs- und Wartungspraktiken erforderlich. Klare Standardarbeitsanweisungen (SOPs) und regelmäßige Kontrollen verhindern die meisten Defekte und den unnötigen Verbrauch von Verbrauchsmaterialien. Für Bediener und Wartungstechniker ist die konsequente Einhaltung dieser Protokolle der Schlüssel, um von DINOSAW gemeldete Leistungswerte zu erreichen, wie z. B. eine 16-Kopf-Anlage, die Marmor mit 240 ㎡/h und Granit mit 290 ㎡/h Schicht für Schicht poliert.

Dieser Leitfaden bietet einen praxisnahen Rahmen für den täglichen Betrieb, die routinemäßige Wartung, Fehlerbehebung und die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften Ihrer automatischen Stein-Poliermaschine für Platten.

Fordern Sie unsere detaillierte O&M-Checkliste an, die auf Ihre spezifische Linienkonfiguration zugeschnitten ist.

Standardarbeitsanweisungen (SOPs)

Befolgen Sie diese Checklisten, um einen sicheren, effizienten und gleichmäßigen Betrieb sicherzustellen.

1. Checkliste für den täglichen Start

  • Sicherheit zuerst: Stellen Sie sicher, dass alle Not-Aus-Schalter deaktiviert sind, die Schutzvorrichtungen angebracht sind und der Arbeitsbereich frei von Hindernissen ist.
  • Versorgungs-Check: Überprüfen Sie, ob die Hauptstromversorgung eingeschaltet ist. Stellen Sie sicher, dass der pneumatische Luftdruck auf dem erforderlichen Niveau liegt (z. B. \(≈1,0 MPa\)). Prüfen Sie, ob das Hauptwasser-Ventil geöffnet und das Filtersystem aktiv ist.
  • Schleifmittel-Inspektion: Inspizieren Sie jeden Polierkopf visuell auf stark abgenutzte, gebrochene oder fehlende Schleifsegmente. Bei Bedarf ersetzen.
  • Förderband-Check: Überprüfen Sie das Band auf Risse oder starke Abnutzung und stellen Sie sicher, dass es frei von Schmutz ist.
  • Einschalten & HMI: Schalten Sie das Hauptbedienfeld ein. Prüfen Sie die Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) auf Fehlercodes oder Alarme aus der vorherigen Schicht.

2. Materialwechsel-Prozedur (z. B. Granit zu Marmor)

  • Rezept laden: Wählen Sie das vorkonfigurierte "Marmor"-Rezept im PLC/HMI aus. Dadurch werden Bandgeschwindigkeit, Querträgergeschwindigkeit und Kopfdruck automatisch angepasst.
  • Schleifmittel wechseln: Maschine sicher verriegeln. Ersetzen Sie systematisch die granitspezifischen Fickert-Schleifmittel durch die weicheren Frankfurt-Schleifmittel für Marmor.
  • Parameter prüfen: Überprüfen Sie manuell, ob die Druckregler jedes Kopfes den Vorgaben des neuen Rezepts entsprechen. Niedriger Druck ist entscheidend für Marmor.
  • Testplatte fahren: Bearbeiten Sie eine einzelne Testplatte und kontrollieren Sie das Finish auf Qualität und Konsistenz, bevor Sie mit der Serienproduktion beginnen.

3. Abschalt-Prozedur

  • Linie räumen: Stellen Sie sicher, dass die letzte Platte alle Polierköpfe vollständig passiert hat und vom Förderband entfernt ist.
  • Spülzyklus: Lassen Sie das Wassersystem mehrere Minuten mit angehobenen Köpfen laufen, um restlichen Schlamm aus den Köpfen und dem Abflusssystem zu spülen.
  • Ausschalten: Stoppen Sie alle Motoren über die HMI, schalten Sie dann das Hauptbedienfeld aus. Abschließend Hauptstromtrennung ausschalten.
  • Versorgungen schließen: Schließen Sie die Hauptwasserleitung und die Druckluftleitung.

Wartungsplan für vorbeugende Instandhaltung

HäufigkeitAufgabeZweck
TäglichSchlamm vom Maschinenbett und aus den Abflusskanälen entfernen. Sichtkontrolle auf Wasser- oder Luftlecks.Verhindert Verstopfungen, Rutschgefahr und Ressourcenverschwendung.
WöchentlichFörderbandspannung und -führung prüfen. Schleifmittelverschleiß auf Gleichmäßigkeit kontrollieren. Schmierstellen am Querträger und den Kopfgleitern fetten.Sorgt für gleichmäßiges Polieren, verlängert die Lebensdauer des Bandes und verhindert mechanisches Blockieren.
MonatlichWasserfilterelemente reinigen oder ersetzen. Spindelmotorstrom unter Last prüfen. Pneumatikleitungen und -anschlüsse auf Verschleiß oder Lecks kontrollieren. Kopfdrucksensoren kalibrieren.Erhält die Wasserqualität, verhindert Motorüberlastung, sorgt für konstanten Kopfdruck.
VierteljährlichSpindellager auf Geräusche oder Spiel prüfen. Elektroanschlüsse im Schaltschrank auf festen Sitz kontrollieren. Ausrichtung des Querträgers überprüfen.Verhindert katastrophalen Lagerausfall, reduziert Brandgefahr und vermeidet Glanzstreifen.

Top 5 Fehlerbehebungs-Abläufe

Treten Defekte auf, nutzen Sie diesen systematischen Prozess zur Diagnose und Behebung.

1. Symptom: Glanzstreifen (Streifenbildung)

  • Wahrscheinliche Ursachen: Nicht abgestimmte Band-/Trägergeschwindigkeiten; verstopfte Wasserdüse; ungleichmäßiger Schleifmittelverschleiß.
  • Diagnose: Prüfen Sie das PLC-Rezept auf das richtige Geschwindigkeitsverhältnis. Köpfe anheben und Wasser laufen lassen, um das Sprühbild jeder Düse zu kontrollieren. Schleifmittel am entsprechenden Kopf inspizieren.
  • Behebung: Geschwindigkeiten korrigieren. Düse reinigen oder ersetzen. Abgenutzte Schleifmittel austauschen.
  • Prävention: Tägliche Düsenkontrolle beim Start.

2. Symptom: Rattermarken (Welliges Finish)

  • Wahrscheinliche Ursachen: Abgenutztes Spindellager; unausgewogenes Schleifmittel; falscher Kopfdruck.
  • Diagnose: Bei ausgeschalteter Maschine Spindelwelle von Hand bewegen und auf Spiel prüfen. Schleifmittel auf Schäden oder ungleichmäßige Montage kontrollieren.
  • Behebung: Abgenutzte Lager ersetzen. Schleifmittel neu einsetzen oder austauschen. Druck anpassen.
  • Prävention: Vierteljährliche Lagerinspektion.

3. Symptom: Trübes oder mattes Finish

  • Wahrscheinliche Ursachen: Schlechte Wasserqualität; falsche Schleifmittel-Reihenfolge; unzureichender Wasserfluss.
  • Diagnose: Wasser auf Härte oder Verunreinigungen testen. Schleifmittel-Reihenfolge (grob bis fein) prüfen. Wasserfluss an den Köpfen kontrollieren.
  • Behebung: Wasserfiltersystem warten. Schleifmittel-Reihenfolge korrigieren. Wasserleitungen reinigen.
  • Prävention: Monatliche Wartung des Wasserfilters.

4. Symptom: Spindelmotor-Überlastungen

  • Wahrscheinliche Ursachen: Kopfdruck zu hoch; Bandgeschwindigkeit zu niedrig für das Material; falsches (zu grobes) Schleifmittel.
  • Diagnose: Pneumatikdruck am Kopf prüfen. PLC-Rezept mit Materialtyp abgleichen. Schleifmittelqualität kontrollieren.
  • Behebung: Druck reduzieren. Bandgeschwindigkeit erhöhen. Passendes Schleifmittel einsetzen.
  • Prävention: Sorgfältige Kontrolle beim Materialwechsel.

5. Symptom: Förderband läuft schief

  • Wahrscheinliche Ursachen: Ungleichmäßige Bandspannung; abgenutzte Rollen oder Lager; Materialansammlungen auf den Rollen.
  • Diagnose: Bandführung während des Betriebs beobachten. Rollen auf Verschleiß und Schmutz prüfen.
  • Behebung: Spannschrauben gemäß Handbuch einstellen. Rollen reinigen oder ersetzen.
  • Prävention: Wöchentliche Kontrolle von Band und Rollen.

Sicherheit und Compliance

Die Sicherheit der Bediener hat oberste Priorität. Die Einhaltung der Sicherheitsprotokolle ist verpflichtend.

Schnelle Tipps für Bediener

  • Befolgen Sie den Wartungsplan, um ungeplante Ausfallzeiten zu vermeiden.
  • Nutzen Sie systematische Fehlerbehebung, um Probleme schnell zu lösen.
  • Halten Sie das Wasserfiltersystem instand für ein besseres Finish.
  • Tragen Sie immer die vorgeschriebene PSA im Arbeitsbereich.
  • Führen Sie täglich eine Bandgeschwindigkeitskontrolle und eine Kalibrierung des Querträgers durch.
  • Überwachen Sie den Verbrauch von Betriebsmitteln, um Kosten zu kontrollieren und eine gleichmäßige Plattenleistung pro Stunde sicherzustellen.

Sicherheitsprotokolle

  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Tragen Sie immer wasserdichte Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe, Schutzbrille und Gehörschutz, wenn Sie sich in der Nähe der laufenden Anlage aufhalten.
  • Abschalten/Verriegeln (LOTO): Vor Wartung oder Reinigung die Hauptstromversorgung vollständig abschalten und verriegeln. Die Maschine muss sich im energielosen Zustand befinden.
  • Wasser- & Stromgefahr: Öffnen Sie niemals Schaltschranktüren mit nassen Händen oder wenn Sie im Wasser stehen. Halten Sie alle elektrischen Gehäuse stets geschlossen und abgedichtet. Die Maschine muss den Vorgaben der EU-Maschinenverordnung 2023/1230 entsprechen.
  • Rutsch- & Stolpergefahr: Halten Sie den Boden rund um die Maschine frei von Schlamm und Werkzeugen. Eine rutschfeste Bodenoberfläche wird dringend empfohlen.
  • Schutzvorrichtungen: Betreiben Sie die Maschine niemals ohne oder mit umgangenen Schutzvorrichtungen. Bewegliche Teile wie Querträger und Bänder bergen ein hohes Risiko für Verwicklungen.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Wasserleitwert wird empfohlen?

Die Vorgaben variieren, aber ein niedriger Leitwert (z. B. unter 500 μS/cm) durch gefiltertes oder deionisiertes Wasser verhindert Mineralablagerungen und Schleier auf der polierten Oberfläche. Ein gutes Wasserfiltersystem ist eine lohnende Investition für gleichbleibende Qualität.

Wann muss ich den Querträger neu kalibrieren?

Kalibrieren Sie vierteljährlich oder immer dann, wenn Glanzstreifen auftreten, die sich nicht anderweitig beheben lassen. Die Kalibrierung stellt sicher, dass die Bewegung des Trägers exakt rechtwinklig zum Band verläuft und die Fahrgrenzen die gesamte Plattenbreite gleichmäßig abdecken.

Wie kann ich dünne Platten (z. B. \(<20 ~mm\)) ohne Kantenbrand polieren?

Entscheidend ist die Reduzierung von mechanischem und thermischem Stress. Verwenden Sie ein spezifisches PLC-Rezept mit niedrigeren Kopfdruckwerten, etwas höherer Bandgeschwindigkeit und erhöhtem Wasserfluss. Stellen Sie sicher, dass die Platte vor dem Einlauf in die Linie absolut eben ist; eine Kalibriermaschine im Vorfeld ist oft notwendig.

Soll ich Lager wöchentlich oder monatlich fetten?

Folgen Sie dem Handbuch des Herstellers. Als Faustregel gilt: Wöchentlich für hochbelastete Punkte wie Führungsrollen des Querträgers und monatlich für weniger belastete Komponenten. Verwenden Sie das vorgeschriebene Fett, um vorzeitigen Verschleiß zu vermeiden.

Was bedeutet ein hoher Glanzwert (GU)?

Ein hoher Gloss Unit (GU)-Wert, gemessen mit einem Glanzmessgerät nach Normen wie ISO 2813, zeigt eine spiegelartige, reflektierende Oberfläche an. Hochwertig polierter schwarzer Granit kann z. B. über 90 GU bei 60° Winkel erreichen.

Woran erkenne ich, dass Schleifmittel ausgetauscht werden müssen?

Das hängt ganz vom bearbeiteten Material und der Qualität des Schleifmittels ab. Als Faustregel gilt: Verschleiß nach jeweils 8-10 Stunden Dauerbetrieb kontrollieren. Legen Sie eine Basis für Ihr spezifisches Material fest und tauschen Sie Schleifmittel nach Quadratmetern aus, nicht nur nach Zeit.

Achten Sie auf sichtbare Anzeichen wie starke Abnutzung, Risse oder Verglasung (glatte, glänzende Oberfläche am Schleifmittel selbst). Ein Qualitätsabfall beim Finish oder ein Anstieg des Motorstroms können ebenfalls Hinweise sein. Die beste Praxis ist, die insgesamt bearbeiteten Quadratmeter zu erfassen und Schleifmittel gemäß Herstellerangaben zu ersetzen.

Welche PSA ist an einer nassen Polierlinie vorgeschrieben?

Mindestens vorgeschrieben sind: Wasserdichte Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe zum Schutz vor herabfallenden Gegenständen und Wasser; Schutzbrillen nach ANSI-Standard zum Schutz vor Spritzern; und Gehörschutz (Ohrstöpsel oder Kapselgehörschutz) wegen des hohen Geräuschpegels von Motoren und Polierprozess.

Wie halte ich das Wasserrückgewinnungssystem effizient?

Regelmäßige Wartung ist entscheidend. Reinigen Sie Absetzbecken wöchentlich, um Schlammablagerungen zu entfernen. Rückspülen oder ersetzen Sie Filtermedien (z. B. Sand oder Kartuschen) gemäß Handbuch des Systems. Kontrollieren und behandeln Sie regelmäßig den pH-Wert des Wassers, damit Flockungsmittel effektiv arbeiten und Feststoffe sich absetzen und entfernen lassen.